Advent in Kevelaer 9 Aus dem Handel 9 Den Service stärken

Den Service stärken

von | 17. November 2020 | Aus dem Handel

„Stadtoptimist“ Jürgen Block, Geschäftsführer der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland.

KEVELAER. Eine besondere Botschaft der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd), die noch vor wenigen Jahren ihre Geschäftsstelle an der Venloer Straße 33 bis 35 im Haus der dortigen Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer unterhielt und heute in Berlin residiert, war nun kreisweit zu hören: „Die Immobilieneigentümer sind mit Blick auf erfolgreiches Stadtmarketing fast die Wichtigsten“.

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Jan Düngel, Redakteur bei Antenne Niederrhein, unterhielt sich nun im Rahmen des sonntäglichen „Forum Kreis Kleve – das Wirtschaftsförderungsradio“, mit zwei Vorständen der bcsd. Hier Auszüge aus den Gesprächen, die „Advent in Kevelaer“ seinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Mit dabei: Jürgen Block, der Geschäftsführer der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland mit Sitz in Berlin.

Herr Block, Sie sind ein Stadt­optimist, kann man das so sagen?
Block: Das kann man auf jeden Fall so sagen. Aktuell kann schon das Gefühl entstehen, dass unsere Innenstädte aussterben und es irgendwelcher Superhelden bedürfe, die kommen und unsere Städte wieder attraktiv machen. Ich glaube, so weit ist es nicht. Ich glaube, dass wir mit gezielten Aktionen, Strategien und Maßnahmen sicherlich auch dafür sorgen können, dass die deutschen Städte auch in Zukunft attraktiv bleiben.

Welche Gründe gibt es denn, in die Innenstädte zu gehen, außer einzukaufen?
Block: Die Innenstadt bietet ja weit mehr als Einkaufsmöglichkeiten. Neben dem Einzelhandel findet man dort Gastronomie, Dienstleistungen, etwa Ärzte, aber auch noch vereinzelt Handwerksbetriebe, die wir ja über Jahrzehnte aus der Innenstadt rausgedrängt haben.
Auch das Konsumverhalten verändert sich: Die Leute wollen in weiten Teilen der Bevölkerung nicht noch das 25. T-Shirt holen, die 10. Jeanshose kaufen. Man achtet mehr auf Regionalität, man achtet mehr auf Qualität und vor allen Dingen darauf, ob einem das Einkaufen und der Aufenthalt in der Innenstadt auch Spaß machen. Und dazu gehört der Service aus dem Einzelhandel genauso wie der Besuch im Museum, der Besuch einer Kulturveranstaltung oder auch die Möglichkeit, sich auf dem Marktplatz niederzulassen und einfach das schöne Wetter zu genießen.

Wie hilft das Stadtmarketing den Unternehmen beispielsweise hier im Kreis Kleve, wie kann es denen unter die Arme greifen?
Block: Nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für die bereits angesprochenen unterschiedlichen Akteure, die in der Innenstadt Gewerbe betreiben, wird es in Zukunft noch wichtiger, stärker zusammenzuarbeiten.
Ich glaube, man hat das jetzt in diesem Jahr sehr intensiv beobachten können, als der Lockdown wieder geöffnet wurde. Zunächst konnte man nur im kleinflächigen Handel einkaufen, dann kamen die großen Handelsflächen wieder dazu, dann die Gastronomie. Die Frequenzen sind in dem Moment hochgegangen, als wieder verschiedene Attraktionen angeboten wurden.
Das heißt, einzeln zu handeln, wie Einzelhändler es in der Vergangenheit oftmals noch getan haben, ist sicherlich wichtig für den eigenen Laden, aber für die Gemeinschaft, das Image der Innenstadt, ist es umso wichtiger, dass die Akteure, die dort aktiv sind, auch gemeinsam handeln.
Da kann das Stadtmarketing eine Menge tun. Es kann Koordinator sein von Aktionen und Kommunikation, um Kampag­nen gemeinsam zu betreiben. Das wäre für mich die Aufgabe des Stadtmarketings: Die Leute zusammenbringen und Angebote gemeinsam bewerben.

Was wir in den Innenstädten im Kreis Kleve brauchen, sind Geschäfte mit Alleinstellungsmerkmal und mit Persönlichkeit?
Block: Genau, der Einkauf ist auch eine Möglichkeit des sozialen Austauschs. Wenn Sie im Einzelhandel unterwegs sind, haben Sie in der Regel Kontakt mit Verkäufern und Händlern. Da spielt die menschliche Komponente eine sehr große Rolle. Diesen Service darf man nicht noch weiter beschneiden. Das ist meiner Meinung nach auch ein Fehler, den große Warenhausketten, die jetzt in Schwierigkeiten sind, gemacht haben. Sie haben ihren Service immer weiter eingestellt. Eigentlich wäre der gegenteilige Weg richtig gewesen.
Man muss sich vom Internet abheben. Und wie kann ich mich vom Internet abheben? Indem ich meinen Service stärke, indem ich das Haptische in den Vordergrund stelle und gleichzeitig meinem Kunden das Gefühl gebe, dass er mir wichtig ist. Ich glaube, wenn der Handel das tut, dann muss man sich um ihn auch keine dunklen Gedanken machen.

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